
Amadé / Der Feuervogel
Ballettabend von Ricardo Fernando
Der zweite Ballettabend der Saison wird wieder vom philharmonischen orchesterhagen begleitet und präsentiert mit „Amadé“ eine heitere Uraufführung zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und mit Igor Strawinskys „Feuervogel“ eines der populärsten und prächtigsten Ballette des 20. Jahrhunderts.
Wolfgang Amadeus Mozart wird eine ungehemmte Bewegungsfreude und eine leidenschaftliche Tanzbegeisterung nachgesagt. Als äußerst vitaler Tänzer vergaß er um der Bewegung willen auch hier mehr als einmal die Etikette. Als Komponist war ihm ein souveräner Umgang mit allen Tanzformen geläufig, seien es Tanzeinlagen und Intermezzi für Opern oder eigenständige Ballette. Mit seinem für die damalige Zeit modernen Verständnis des Tänzers als eines Künstlers, der durch seine nachahmenden Fähigkeiten „Gesinnung und Gedanken“ auszudrücken vermochte, betrachtete er den Tanz als eine autonome Bühnenkunst. Mozarts Tanzbegeisterung und seine geniale Musik bilden dann auch für Ricardo Fernando die Grundlage für seine Balletturaufführung „Amadé“, die als eine heitere, skurrile, mit Überraschungen gespickte Hommage an Mozart gedacht ist.
Igor Strawinsky feierte im Juni 1910 – also vor nahezu 100 Jahren – mit der Pariser Premiere des „Feuervogel“ (L’oiseau de feu) seinen ersten großen Balletterfolg. Die Urfassung des Auftragswerkes komponierte er 1909/10 nach der literarischen Grundlage der beiden russischen Volksmärchen vom „guten Feuervogel“ und vom „Unsterblichen Kaiser Kastschej“: Ein Prinz fängt einen Feuervogel und lässt ihn erst gegen ein Pfand wieder frei. Als er eine Prinzessin retten will, die sich in der Gefangenschaft eines Menschenfressers befindet, ruft er den Vogel zur Hilfe, der ihm die „Achillesferse“ des Ungeheuers verrät: ein Ei, in dem seine Seele ruht. Der Prinz zerschlägt das Ei, das Ungeheuer stirbt, und der Prinz kann seine Prinzessin in die Armen schließen.