Orpheus in der Unterwelt
Operette von Jacques Offenbach
Kritiken:
Offenbachs Werk hat auf der Bühne überlebt – zweifellos wegen der erfrischenden Musik, aber auch weil die Handlung schon ob ihrer skurrilen Überdrehtheit funktionieren kann. Genau darauf setzt Regisseur Thomas Weber-Schallauer bei seiner Neuinszenierung am theaterhagen. (…) Musikalisch bleibt mit Bernhard Steiner am Pult der Hagener Philharmoniker wenig zu wünschen übrig. Und die Energie aus dem Orchestergraben findet im Ensemble ihren Widerschein.
Ruhrnachrichten
Wie ein schönes Glas Champagner! (...)
Der Abend zeichnet sich aus durch einen immensen Ideenreichtum, durch kleine und kleinste Pointen. Das war prima! Ein echter Hingucker auch das Hagener Ballett – es ist wunderschön, wie Ricardo Viviani den Tanz der Fliegen in der Hölle choreographiert. Dazwischen Werner Hahn als Hans Styx mit Insektenspritze – ein herrlich menschlicher Untoter. Ein Pluspunkt ist Weber-Schallauers Dialogfassung, die entspannt-entschlackt daher kommt. (…) Bernhard Steiner leitet das philharmonische orchesterhagen, das konzentriert und hörbar lustvoll zu Werke ging. So macht Offenbach Freude. Insgesamt war dieser Orpheus wie ein schönes Glas Champagner: prickelnd, animierend, ohne schädliche Folgen am nächsten Tag. So empfand es offensichtlich auch das begeisternd applaudierende Hagener Publikum.
Opernnetz
Die Premiere von Jacques Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ am theaterhagen überzeugte mit einer spritzigen und stimmungsvollen Inszenierung. (…) Auf ganzer Linie überzeugen kann die Inszenierung auf musikalischer Ebene: Offenbachs meist beschwingte und eingängige Melodien werden von den Musikern überzeugend interpretiert und schöne Kontraste zwischen ruhig dahinfließenden Stellen und treibenden Stakkato-Passagen entstehen. Souverän auch die gesanglichen Leistungen. (…) Besonders die liebevollen Choreographien sorgen – dank des Balletts – immer wieder für gelungene Bilder.
Westfälische Rundschau
Das theaterhagen zeigt „Orpheus in der Unterwelt“ als engagierte Ensembleleistung. (…) Das Ensemble ist sehr gefordert mit Offenbachs Notentext und sorgt beweglich und stimmschön für Esprit auf der Bühne. Die großartige Wuppertaler Sopranistin Elena Fink bezaubert auf ihrem Weg von der gelangweilten Hausfrau Eurydike zur wilden Bacchantin in der Unterwelt mit anrührenden Couplets und sicherer Höhe. (…) Marilyn Bennett zieht als Juno alle Register ihres enormen komödiantischen Talentes. (…) Jeffery Krueger ist ein gelenkiger Orpheus mit schönen lyrischen Akzenten im Tenor. (…) Kapellmeister Bernhard Steiner dirigiert die wunderbare Partitur ebenso schlank wie federnd und trifft zwischen barockisierenden Zitaten und rauschenden Galopps einen elektrisierenden Ton. Die Hagener Philharmoniker glänzen auf dem halbhochgefahrenen Graben.
Westfalenpost